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Promotion bei Merck : „Wie engagiert im Labor gearbeitet wird, begeistert mich“

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Carolin Auch hat Pharmazie an der Universität Freiburg studiert und 2015 ihre Approbation als Apothekerin erhalten. Bild: Merck

Carolin Auch, 25, ist seit Januar 2016 Doktorandin in der pharmazeutischen Entwicklung im Bereich Drug Delivery & Innovation bei Merck in Darmstadt.

          Frau Auch, warum promovieren Sie?

          Nach dem Studium zu promovieren stand für mich bereits von Beginn des Studiums an fest. Der Gedanke daran, sein eigenes kleines Forschungsprojekt bearbeiten zu dürfen, den aktuellen Wissensstand zu verbessern und Neues zu lernen, hat mich immer motiviert. Während meines halbjährigen Praktikums bei Merck stieg diese Motivation noch, als ich zum ersten Mal hautnah in einer Entwicklungsabteilung mitarbeiten durfte. Wie engagiert dort gearbeitet wurde, hat mich begeistert.

          Wieso haben Sie sich für eine Promotion in der Wirtschaft entschieden?

          Mit der Frage, ob industrielle oder universitäre Promotion, habe ich mich lange auseinandergesetzt. Letztlich haben drei Dinge den Ausschlag gegeben: erstens die Nähe zum Markt, zweitens sehr gute Bedingungen, zum Beispiel hinsichtlich der Räumlichkeiten und des Equipments, und drittens die positiven Erfahrungen aus dem praktischen Jahr, das mich in meiner naturwissenschaftlichen Denkweise sehr vorangebracht hat.

          Haben Sie sich etwas ganz anders vorgestellt?

          Da ich mir im Vorfeld ein sehr gutes Bild über meinen Alltag während der Promotion machen und mich auch mit anderen Doktoranden austauschen konnte, gab es eigentlich nichts, was mich überrascht hat.

          Wie sehen Ihre beruflichen Ziele aus?

          Ich will die Promotion innerhalb der nächsten drei Jahre abschließen. Optimal wäre es, in eine Festanstellung übernommen zu werden, um das erlernte Wissen auch anwenden zu können. Ich könnte mir gut vorstellen, dann auch zukünftige Pharmaziepraktikanten oder Promovierende zu betreuen und nah an Forschung und Entwicklung zu bleiben. Welche Positionen und Möglichkeiten die Zukunft dann bereithält, wird man sehen.

          Was würden Sie Naturwissenschaftlern bei der Wahl einer Promotionsstelle raten?

          Man sollte auf jeden Fall hinterfragen, ob man Spaß am Laboralltag hat. Intrinsische Motivation ist ebenfalls wichtig. Wir bearbeiten in meiner Abteilung als Doktoranden alle ganz unterschiedliche Themen, das heißt, man ist thematisch zuweilen ein Einzelkämpfer. Ansonsten ist der Austausch unter den Doktoranden sehr rege und freundschaftlich. Auch durch die firmeninterne Betreuung und die universitäre Kooperation erfährt man viel Unterstützung.

          Das Interview führte Julia Hoscislawski. 

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