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Berufseinstieg Amazon Business : „Ich habe ein besseres Gefühl für meine Stärken bekommen“

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Marina Kull, 29, hat einen Bachelor in Betriebswirtschaftslehre der Universität Mannheim (2012) und ihr Studium 2014 mit einem BWL-Master an der LMU München abgeschlossen. Bild: Amazon Business

Marina Kull, 29, ist Business-Development-Managerin bei Amazon Business, dem B2B-Bereich von Amazon. Sie arbeitet heute in London.

          Frau Kull, Sie arbeiten als Business-Development-Managerin bei Amazon Business. Welche Tätigkeiten üben Sie dabei aus?

          Ich bin gerade von München nach London gezogen und arbeite jetzt bei Amazon in Großbritannien. Amazon Business wurde dort 2017 eingeführt – kurz nach dem Start in Deutschland. Ich bin für die Einkaufsbeziehungen zu bestimmten Lieferanten im Bereich Elektronik und Computer zuständig. Meine Kollegen und ich arbeiten daran, das Sortiment weiter auszugestalten und zu vermarkten, und unterstützen als Schnittstelle auch andere Produktlinien in der Weiterentwicklung. Das Ziel: Unternehmen jeder Größe eine möglichst große, relevante Auswahl zu bieten.

          Warum haben Sie sich für eine Karriere im Handel entschieden?

          Mich interessierten die Entwicklungen und das Tempo der Handelsbranche. Besonders im E-Commerce warten auf junge Leute spannende Karrieren: Der Onlinesektor wächst rasant und ist besonders innovativ – hier kann ich die Zukunft mitgestalten und mich außerdem weiterentwickeln.

          Welche Vorteile sehen Sie, im Handel als Trainee einzusteigen?

          Für mich war das zweijährige Traineeship der perfekte Einstieg. Es bot den großen Vorteil, verschiedene Stationen durchlaufen zu können. So habe ich einen umfassenden Einblick in die unterschiedlichen Bereiche bekommen und konnte mich gut vernetzen. Auch persönlich konnte ich profitieren: In der Zeit habe ich ein besseres Gefühl für meine Stärken bekommen und gelernt, wie ich sie am besten einsetzen kann.

          Warum haben Sie sich für diesen Arbeit­geber entschieden?

          Ich habe während meines Studiums Praktika in großen Konzernen und in einem kleinen Start-up gemacht. Beide Perspektiven fand ich reizvoll: Ich mochte die Start-up-Atmosphäre, den Spirit von Innovationen und Ideen sowie die Hands-on-Mentalität. Auf der anderen Seite bieten große Unternehmen andere Möglichkeiten der Weiterentwicklung, etwa durch Trainingsprogramme, durch die Expertise der Kollegen und durch die zumeist internationale Perspektive. Diese Lernfaktoren motivieren mich sehr. Umso schöner, dass ich bei Amazon beides wiederfinde: ein großes Unternehmen, das aber in vielen Bereichen noch immer wie ein Start-up agiert.

          Wie ist das Bewerbungsgespräch abgelaufen?

          Bewerber des Traineeprogramms durchlaufen ein Assessmentcenter mit einer Einführung und verschiedenen Stationen: Das waren bei mir eine Selbstpräsentation, eine Gruppendiskussion, ein Excel-Test sowie eine Case-Study, ein Rollenspiel und ein Einzelinterview. Ich fand das zwar einerseits ziemlich herausfordernd, andererseits aber gut zu meistern.

          Welche Positionen haben Sie seitdem durchlaufen?

          Mein Traineeprogramm war an den Einkauf für Lebensmittel angedockt. Von dort aus habe ich unterschiedliche Produktlinien kennengelernt: Von der Supply-Chain für Babyartikel über das Marketing für Bier, Wein und Spirituosen bis hin zu einer Station bei der Amazon Media Group, unserer Werbesparte. Nach Ende des Traineeships bin ich als Key-Account-Managerin bei Amazon Pay eingestiegen. Vor kurzem kam dann der Wechsel von Bereich und Funktion – und mein Umzug nach England.

          Gibt es etwas, das Sie an Ihrem Berufs­einstieg überrascht hat?

          Am meisten überrascht hat mich, dass der Kundenfokus bei Amazon wirklich sehr stark gelebt wird. Außerdem habe ich von Anfang an viel Verantwortung bekommen: Ich bin 2015 im vierten Quartal eingestiegen – zu dieser Zeit ist die Jahresplanung in der heißen Phase. Mein Manager gab mir Starthilfe, hat mir dann aber auch schnell einen eigenen Bereich übertragen und mir das Vertrauen entgegengebracht, diesen selbständig zu managen.

          Was würden Sie Studierenden raten, die eine Karriere im Handel anstreben?

          Informiert euch über die Branche und beschäftigt euch mit euren Zielen. In welchem Arbeitsumfeld möchtet ihr arbeiten? Was ist euch wichtig, und wie wollt ihr euch entwickeln? Ein Berufseinstieg im E-Commerce ist dann das Richtige, wenn ihr in einem innovativen Umfeld aufblüht, gern gestaltet und keine Scheu habt, neue Wege zu beschreiten.

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