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Tipps für die Bewerbung : Initiativbewerbung: Dein Weg zum Traumjob

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Gute Chancen für das Bewerbungsgespräch: Wer es mit einer Initiativbewerbung versucht, positioniert sich als Leistungserbringer. Bild: AlexRaths/Thinkstock/Getty Images

70 bis 80 Prozent der Stellen werden nicht offiziell ausgeschrieben. Das zeigt: Mit Initiativbewerbungen haben Bewerber gute Chancen, ihren Traumjob zu finden.

          Es ist ein häufiger Frustfaktor: Beim Schmökern im Stellenmarkt stellen viele fest, dass nichts Adäquates zu finden ist. Mal passt das Stellenprofil nicht, mal lassen sich nicht alle Anforderungen erfüllen, mal liegt der vermeintliche Traumjob beim Wunschunternehmen am anderen Ende der Republik. Initiativbewerbungen könnten für manche Bewerber deshalb eine sinnvolle Alternative sein. „70 bis 80 Prozent aller offenen Stellen werden vergeben, noch bevor sie jemals offiziell ausgeschrieben werden“, sagt Jochen Mai, der die Internetseite Karrierebibel.de betreibt. Eine Möglichkeit, an diese zum Teil sehr attraktiven Jobs zu kommen, sei, auf eigene Faust interessante Firmen anzuschreiben.

          Und noch etwas kann dafür sprechen: Auf attraktive Einstiegsjobs bei begehrten Unternehmen können sich bis zu 2.000 Kandidaten bewerben – das sorgt für starke Konkurrenz. Dieses Problem entfällt bei der Initiativbewerbung, und wegen der fehlenden Konkurrenten kann der Bewerbung mehr Beachtung geschenkt werden. Ein weiterer Pluspunkt: Eigeninitiative, Motivation und Entschlossenheit sind Eigenschaften, die nicht nur für die Initiativbewerbung unabdingbar sind, sondern die viele Unternehmen auch von ihren Mitarbeitern erwarten.

          Initiativbewerbung: Sorgfältige Recherche gefragt

          Vor allem bei kleineren und mittleren Unternehmen mache es für Berufsanfänger durchaus Sinn, sich initiativ zu bewerben, sagt Karriereberater Gerhard Winkler. Dagegen sollten sie Konzerne eher meiden, weil diese zumeist Traineeprogramme für Berufseinsteiger anbieten. Damit die Bewerbung zum Erfolg wird, ist eine sorgfältige Recherche notwendig. Welche Qualifikationen sucht das Unternehmen? In welche Märkte expandiert es? Gibt es Hinweise auf neue geplante Produkte? Nur drei von vielen Fragen, auf die Bewerber im Internet, der Wirtschaftspresse, auf Fachmessen oder über soziale Netzwerke Antworten finden könnten. „Das Ziel ist, Personallücken auszuspähen, um sich dann genau auf diese zu bewerben“, sagt Mai.

          Unterschiede zum herkömmlichen Bewerbungsprozedere gibt es auch beim Anschreiben. Wer sich auf Stellenanzeigen bewirbt, muss sich in seinem Anschreiben sehr stark auf die Annonce beziehen. Mehr Freiheiten lässt Bewerbern eine Initiativbewerbung. Das gilt etwa bei der Frage, ob man sich für eine komplette Bewerbungsmappe entscheidet oder für die Kurzform, bei der man auf Wunsch Zeugnisse und sonstige Nachweise nachreicht. Auseinander gehen die Expertenmeinungen, ob man neben Deckblatt, Anschreiben, Lebenslauf und Foto auch Arbeitszeugnisse anhängen sollte oder nicht. Karriereberater Mai rät: immer mitschicken. „Die Arbeitszeugnisse werden fast immer gelesen, und laut Umfragen erwarten 87 Prozent der Personalverantwortlichen, dass Bewerber ihre Arbeitszeugnisse vollständig beifügen.“

          Bewerbungsschreiben bei Initiativbewerbung an eine Person adressieren

          Mehr Freiräume gibt es beim Inhalt, denn: Bewerber können ihre eigenen Wunschvorstellungen und Prioritäten stärker in den Vordergrund heben. Damit das Anschreiben nicht einem Massenanschreiben ähnelt, sind allerdings einige Regeln zu beachten: Das Anschreiben, in der Regel eine Seite lang, sollte konkret an eine Person wie etwa den Personalchef gerichtet sein, mit der man zuvor im Idealfall bereits telefoniert hat. Aufhänger kann dabei statt der Stellenanzeige das Telefonat, die Internetseite des Unternehmens, eine Pressemitteilung oder eine Empfehlung aus dem Freundes- oder Kollegenkreis sein.

          Zudem gilt es, nicht nur einige wichtige Argumente zu nennen, warum man sich bei diesem Unternehmen für eine bestimmte Abteilung oder eine Position bewerben möchte. Es kommt auch darauf an, die eigenen Stärken auszuspielen, indem man zum Beispiel ein erfolgreiches Projekt darstellt oder Soft Skills beschreibt, die für das Unternehmen wichtig sein könnten. „Man kann gern ein paar Arbeitsstile, Kommunikations- oder Problemlösungskompetenzen beschreiben, denn der Personaler will schließlich wissen, welchen Menschen er da kennenlernen soll“, empfiehlt Mai. Und selbst wenn das Unternehmen in dem gewünschten Bereich gerade keinen freien Platz mehr haben sollte, muss das noch nicht das Ende sein. „Mit einer Initiativbewerbung positioniert man sich als Leistungsbringer, daran sind Firmen immer interessiert“, sagt Winkler. Möglicherweise finde sich dann für den Bewerber eine andere Jobmöglichkeit im Unternehmen.

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