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Mehr als eine Jobzusage : Entscheiden, aber wie?

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Bild: istock/erhui1979

Viele Hochschulabsolventen können heute mit mehr als nur einer Jobzusage rechnen. Zwischen den Angeboten zu wählen ist schwierig – aber nicht unmöglich.

          Kaum hatte Dave Stiller einen Brief mit einer Jobzusage aus dem Briefkasten gezogen, flatterten schon die nächsten beiden Angebote ins Haus. „Ich hatte nicht damit gerechnet, als Berufseinsteiger mehrere Zusagen von Unternehmen zu bekommen“, erinnert sich der 25-Jährige, der seinen BWL-
          Bachelor in Berlin gemacht hat. Tagelang wog er Vor- und Nachteile der drei Arbeitgeber ab und entschloss sich schließlich dazu, eine Stelle als Analyst beim Beratungs- und IT-Dienstleistungsunternehmen Capgemini anzutreten. „Die Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen“, sagt Stiller.

          Zwei oder drei Jobangebote zur gleichen Zeit: Immer mehr Uniabsolventen geraten wie Stiller in die Situation, dass ihnen mehrere Arbeitgeber einen Job anbieten. Es klingt zunächst verlockend, sich aus verschiedenen Angeboten das beste herauszupicken. Doch für viele Absolventen ist es das ganz und gar nicht – denn sich für ein Angebot und gegen die anderen entscheiden zu müssen kann unter Druck setzen. „Die Fülle an Möglichkeiten, die Absolventen heute haben, erschlägt sie förmlich“, sagt Inga Freienstein, Leiterin des Cologne Career Center. Doch wer die eigenen Ziele und Motive kennt, kann in solch einer Situation einen kühlen Kopf bewahren – und die richtige Wahl treffen.

          Sehr gute Arbeitsmarktlage

          Die aktuelle Lage auf dem Arbeitsmarkt führt dazu, dass Absolventen sich die Jobs aussuchen können: „Insbesondere in Branchen wie IT, Ingenieurwesen oder sozialpädagogischen Disziplinen stehen potentielle Arbeitgeber beim Nachwuchs Schlange“, erklärt Freienstein. Auch wer Chemie oder Betriebswirtschaftslehre studiert hat, steht oft vor der Herausforderung, zwischen mehreren
          Joboptionen wählen zu müssen – denn Absolventen solcher Fächer sind breit aufgestellt und für eine Fülle an Arbeitsstellen qualifiziert.

          Andreas Nolten hilft Berufseinsteigern dabei, aus mehreren Angeboten den Job zu wählen, der am besten zu ihnen passt. Der Berufsberater empfiehlt, strategisch vorzugehen. Das heißt: „Absolventen sollten sich fragen, wo sie sich in fünf oder zehn Jahren sehen“, erklärt Nolten. Welche Branche, welche Position, welcher Aufgabenbereich? „Wenn solche Fragen geklärt sind, erkennen Absolventen, was sie brauchen, um dieses Ziel zu erreichen.“ Wichtig dabei: Eigene Werte und Motive, wie zum Beispiel Familie und Work-Life-Balance, nicht außer Acht lassen. Wenn ein Jobangebot zu den beruflichen Zukunftsplänen passt, lässt es sich nicht automatisch mit den privaten Wünschen in Einklang bringen. Ein Job, der viele Dienstreisen oder Auslandsaufenthalte beinhaltet, ist nur schwer mit dem Plan, eine Familie zu gründen, vereinbar. Und jemand, der keine flexiblen Arbeitszeiten mag, sollte sich nicht für einen Job in einem Start-up entscheiden.

          Ziele und Motive klären

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