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Aus erster Hand : „Ich will ans Lenkrad“

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Benjamin Amshoff ist 30 Jahre alt, hat Wirtschaftsingenieurwesen studiert und zur branchenübergreifenden Transformation von Geschäftsmodellen promoviert. Bild: Miele

Benjamin Amshoff ist technischer Assistent des Werkleiters im Miele-Werk Bielefeld und in alle aktuellen Entwicklungsvorhaben und strategischen Aufgaben einbezogen.

          Ich habe an der Universität Paderborn Wirtschaftsingenieurwesen mit der Fachrichtung Maschinenbau studiert und dort dann am Heinz-Nixdorf-Institut zur branchenübergreifenden Transformation von Geschäftsmodellen promoviert. Man kann nicht sagen, dass ich mir bewusst die Elektrotechnikbranche ausgesucht hätte. Während meiner Zeit am Institut habe ich vor allem Projekte zu strategischer Planung und Innovationsmanagement betreut und dabei verschiedene Großkonzerne beraten, etwa aus der Automobilbranche oder der Luftfahrt. So kam es auch zum ersten Kontakt mit Miele und den Kollegen dort – und ich hatte das Gefühl, dass ich dort gut hinpassen würde.

          Nach Abschluss meiner Promotion hatte ich dann das Angebot, Assistent des Werkleiters in Bielefeld zu werden. Hier im Werk werden Staubsauger und Geschirrspüler entwickelt und hergestellt. Besonders gefallen mir der wertschätzende Umgang miteinander und die Vielfalt der Aufgaben. Als „rechte Hand“ des Werkleiters bin ich in konkrete Entwicklungsvorhaben ebenso einbezogen wie etwa in strategische Aufgabenstellungen bis hin zur Vorbereitung von Strategieklausuren der Geschäftsleitung. Da muss jede Präsentation sitzen, und zugleich bekommt man wertvolle Einblicke in die technischen und kaufmännischen Herausforderungen, denen sich die Miele-Werksleitung in Bielefeld ständig stellen muss.

          Mein persönliches Karriereziel lässt sich am besten so umschreiben: Ich möchte später selbst ans Lenkrad, zum Beispiel als Leiter eines Werks bei Miele. Neben den ganz klassischen technischen Disziplinen empfehle ich jedem angehenden Ingenieur, der in unserer Branche Fuß fassen möchte, zwei Dinge. Erstens: sich gedanklich auf einen internationalen Wettbewerb und die dafür nötigen Geschäftsmodelle einzustellen. Und zweitens: sich im Zuge der Digitalisierung schon während des Studiums intensiv mit IT-Themen zu beschäftigen. Programmieren zu können kann für eine Karriere in der Elektrotechnik äußerst hilfreich sein.

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