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Berufseinstieg E-Health : Quantensprung für die Medizin

  • -Aktualisiert am

Bild: Bitkom

Julia Hagen, Bereichsleiterin Health & Pharma beim Branchenverband Bitkom, spricht im Interview über die Perspektiven, die die E-Health-Branche Absolventen bietet.

          Frau Hagen, wie steht es um die Digitalisierung der Gesundheitsbranche?

          In der Medizin prallen derzeit alte und neue Welt aufeinander. Noch werden Notizen von Medizinern meist handschriftlich verfasst. Mails haben Briefe noch lange nicht ersetzt, und die elektronische Patientenakte fristet ein Nischendasein. Gleichzeitig gibt es bei den Ärzten aber eine große Offenheit gegenüber digitalen Technologien, die die Prävention von Krankheiten und die Patientenversorgung verbessern können. Nun braucht es aber noch mehr Mut und Entschlossenheit, digitale Angebote auch im Praxisalltag zu nutzen. Die Digitalisierung und der damit einhergehende Fortschritt lassen sich schließlich nicht mehr aufhalten. Im Gegenteil: Unsere Chance ist es nun, die Digitalisierung aktiv zu gestalten und die Chancen für die Ärzteschaft und die Patienten beherzt und entschlossen zu ergreifen.

          Was sind die großen Zukunftsthemen in der E-Health-Branche?

          Informationen und Daten waren schon immer ein wichtiger Faktor in der Diagnose und Behandlung. Der behandelnde Arzt wird dabei von seinem Kollegen Dr. Data, also Algorithmen und Künstlicher Intelligenz, unterstützt, um schnell die beste Therapie auszuwählen. Dank digitaler Technologien bleibt dem Mediziner so mehr Zeit für den Patienten sowie für Diagnosen und Behandlungen abseits der täglichen Routine. Auch Zukunftstechnologien wie 3D-Druck, Künstliche Intelligenz oder OP-Roboter werden die Medizin der Zukunft prägen. Die Digitalisierung ist damit der zweite große Entwicklungsschritt der Medizin nach der Einführung der Antibiotika vor rund hundert Jahren. 

          Welche Perspektiven bietet die E-Health-Branche jungen Absolventen?

          Durch die Digitalisierung entwickeln sich viele neue Berufsbilder an den Schnittstellen. Besonders gefragt sind derzeit selbstverständlich IT-Experten mit Fachwissen in Big Data, Cloud-Computing oder IT-Sicherheit. Auch das Themengebiet der Künstlichen Intelligenz gewinnt stark an Bedeutung. Das medizinische Wissen und die ärztlichen Kompetenzen werden dadurch keinesfalls überflüssig. Die persönliche Begleitung und das Gespräch im Behandlungszimmer lassen sich nicht durch Algorithmen ersetzen.

          Das Interview führte Birk Grüling.

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