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Erste Gehaltsverhandlung : Von A wie Argumente bis Z wie Zusatzleistungen

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Bild: F.A.Z.

Was gilt es bei der Vorbereitung auf die erste Gehaltsverhandlung im Bewerbungsgespräch zu beachten?

          2 Min.

          A wie Argumente

          Für das Gehalt spielen zwei Faktoren eine entscheidende Rolle: der Marktwert des Bewerbers und das Unternehmen selbst. Berufseinsteiger fühlen sich oft weniger wertvoll, als sie sind. Als Gehaltsargumente eignen sich: ein guter Abschluss, eine kurze Studienzeit, besondere Sprach- oder IT-Kenntnisse und Auslandserfahrung. Praktika und Nebenjobs sind eher eine Art Vorstufe in den Job und zeigen, dass man bereits Arbeitserfahrung gesammelt hat

          B wie Bedeutung

          Die erste Gehaltsverhandlung ist so wichtig, weil sie die Weichen für die finanzielle Zukunft stellt – alle nachfolgenden Steigerungen werden immer anhand des bestehenden Gehalts verhandelt. Wer also beim ersten Gespräch gut handelt, verkürzt seinen Weg zum späteren Traumgehalt

          G wie Gedankenbild 

          Wenn die Aufregung gar zu groß ist, hilft neben Übung ein Gedankenbild: Die eigene Arbeitskraft ist das „Produkt“, das man in einem Verkaufsgespräch an den Arbeitgeber „verkauft“. Und: Wer zeigt, dass er gut verhandeln kann, sammelt Pluspunkte, denn diese Fähigkeit ist in jedem Job von Vorteil.

          I wie Internet

          Vielen Berufseinsteigern hilft die Recherche im Netz, zum Beispiel bei Gehaltsvergleichsportalen. Achtung: Neben seriösen Informationen und Studien kursieren auch Gerüchte. Eine seriöse Quelle ist zum Beispiel Lohn-spiegel.de, eine Plattform der Hans-Böckler-Stiftung, die 300 Berufe und qualifikationsabhängige
          Gehälter auflistet. Außerdem können Bewerber bei den zuständigen Gewerkschaften nachfragen, ob das Unternehmen, bei dem sie sich bewerben, ein festes Gehaltsmodell oder einen Tarifvertrag hat.

          N wie Nie, nie, nie

          Erstens: Nie das erste Angebot annehmen – es ist die unterste Grenze des Arbeitgebers. Im umgekehrten Fall gilt: Wenn dieser den eigenen Vorschlag direkt akzeptiert, wäre wohl mehr gegangen – dann kann man versuchen, Zusatzleistungen auszuhandeln. Zweitens: Immer über die eigene Leistung argumentieren. Drittens: Nie starr auf eine bestimmte Zahl fixieren – ein bisschen Verhandeln gehört einfach dazu und ist üblich.

          P wie Pause

          Manche Berufseinsteiger reden sich bei der ersten Gehaltsverhandlung um Kopf und Kragen, damit keine unangenehme Gesprächspause entsteht. Besser: Schweigepausen ertragen und daran denken, dass keine Gehaltsverhandlung ewig dauert.

          S wie Später

          Wenn zukünftiger Arbeitgeber und Bewerber noch nicht auf einem Gehaltsnenner sind, aber gern zusammenarbeiten würden, kann neben Zusatzleistungen auch der Probezeit-Vorschlag zum Erfolg führen: In der Probezeit arbeitet der Bewerber zu den Konditionen des Arbeitgebers, danach bekommt er seinen geforderten Betrag. Eine solche Regelung unbedingt schriftlich im Vertrag festhalten.

          T wie Timing

          Das Thema Gehalt wird auf jeden Fall zur Sprache kommen, so viel ist sicher. Die Entscheidung, wann, sollte der Arbeitgeber treffen. Übrigens: Wenn das Unternehmen bei der Bewerbung um eine Angabe des Wunschgehalts bittet, sollte diese nicht weggelassen werden – auch nicht mit dem Verweis auf die Klärung im persönlichen Gespräch.

          U wie Unternehmen

          Neben der Gehaltsrecherche im Internet spielen auch die Branche, die Unternehmensgröße und der Standort beim Gehalt eine Rolle: Konzerne zahlen meist mehr als Mittelständler, in starken Wirtschaftsregionen und in den alten Bundesländern fallen die Gehälter gleichsam höher aus. Die Lebenshaltungskosten allerdings auch, was bei der Frage nach dem Wunschgehalt berücksichtigt werden sollte.

          Ü wie Übung

          Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, das gilt auch für Gehaltsverhandlungen. An vielen Unis gibt es inzwischen Seminare dafür, das Internet hält ebenfalls nützliche Tutorials bereit. Im Idealfall mit Freunden üben und per Video aufzeichnen, Optimierungspunkte fallen dann besser auf. Auch hilfreich: Die Gehaltssumme öfter mal laut aussprechen.

          Z wie Zusatzleistungen

          Es geht beim Gehaltsgespräch nicht nur um Geld – denn es gibt einige sinnvolle Alternativen zum hohen Gehalt wie Sonderurlaub, Benzingeld, Firmenwagen, Mitarbeiterrabatte, bezahlte Kindergartenplätze für Eltern, Diensthandy oder die betriebliche Altersversorgung. Manche Unternehmen bieten  Aktienoptionen oder erfolgsabhängige Prämien an. Der Arbeitgeber profitiert von vermögenswirksamen Leistungen ebenfalls, insofern ist er oft aufgeschlossen für derlei Vorschläge.

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