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Der Bewerbungscoach : Das Gehalt verhandeln

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Bild: Sylvia Wolf

Jochen Mai ist Karriereberater, Autor zahlreicher Bücher sowie Gründer der von karrierebibel.de. Im Hochschulanzeiger beantwortet er regelmäßig eure Bewerbungsfragen.

          Herr Mai, ein Thema im Bewerbungsgespräch ist bei einem Direkteinstieg oftmals das Gehalt. Wie kann ein Bewerber argumentieren, um sich an das in der Bewerbung gewünschte Gehalt anzunähern? Wie weit sollte sich ein Bewerber auf die Gehaltsvorgabe des Unternehmens einlassen?

          Die Gehaltsvorstellungen sind kein Wunschkonzert – auch wenn das manche vielleicht denken. Zunächst einmal ist es wichtig, dass Sie eine ungefähre Vorstellung von Ihrem Marktwert haben. Heißt: Was kann jemand in dieser Position, in dieser Region, bei einem Unternehmen dieser Größe mit Ihrem Werdegang und Ihren Erfahrungen verdienen? Dazu gibt es zahlreiche Gehaltstabellen und kostenlose Gehaltschecks im Internet. Um diesen Basiswert herum haben Sie fünf bis zehn Prozent Verhandlungsspielraum – wenn die Argumente stimmen. Wer überreizt, ist raus. Denn das zeigt bloß Naivität oder pures Wunschdenken, aber kein echtes Marktwissen.

          Überdies sollten Sie immer ein konkretes Gehalt nennen. Also das gewünschte Brutto-Jahreseinkommen. Und das möglichst genau: 42.750 sind besser als 40.000. Denn jetzt wird eher über Hunderter gefeilscht statt Tausender. Und Sie wirken wesentlich selbstsicherer, wenn Sie eine exakte Zahl nennen statt einer groben Summe. Bitte auch keinen Spannen angeben – das Unternehmen orientiert sich dann logischerweise am unteren Ende.

          Gute Argumente für Einsteiger sind vor allem praktische Erfahrungen und relevante bisherige Erfolge. Wer schon mal im Ausland war, etwas Vergleichbares mit Bravour absolviert hat, kann mehr verlangen als jemand, der nur den Abschluss in der Tasche hat. Gute Noten und der Bachelor oder Master selbst sind kein Argument – das bieten Mitbewerber auch.

          Wie weit Sie sich auf ein Gegenangebot einlassen, ist letztlich Verhandlungssache und eine Gewissensfrage: Wenn Sie wissen, was Sie können und was Sie wert sind, sollten Sie das auch verdienen und entsprechend einfordern können. Wer einfach nur versucht, ein gutes Gehalt rauszuholen – was häufiger vorkommt –, der pokert und blufft im Grunde nur und hat seine Hausaufgaben nicht gemacht. In dem Fall sollten Sie zumindest Ihre Schmerzgrenze kennen.

          Jochen Mai ist Karriereberater, Autor zahlreicher Bücher sowie Gründer der Karriereplattform karrierebibel.de. Im Hochschulanzeiger beantwortet er regelmäßig eure Bewerbungsfragen.

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