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Von A bis Z : Tipps fürs Netzwerken

  • -Aktualisiert am

Bild: FG Trade/istock

Kontakte werden im beruflichen Umfeld großgeschrieben. Welche Regeln sollte man beim Kennenlernen beachten?

          2 Min.

          Ausgangslage

          Anders als ein Freundeskreis fördert ein berufliches Netzwerk die Karriere und bietet Zugang zu Inspiration und praktischem Wissen: Wie kann die Lösung für ein Problem aussehen? Welche Weiterbildungen und Events sind empfehlenswert? Wie machen andere in ähnlicher Berufssituation Karriere? Ein solches Netzwerk besteht aus Menschen, die ähnliche Ziele oder einen ähnlichen Background haben und Erfahrungen, über die sie sich austauschen können. Bestenfalls sind nicht alle Kontakte aus der gleichen Branche oder der gleichen Hierarchiestufe.

          Digitales Profil

          Sein digitales Profil sollte man gut steuern. Alles, was im Netz unter dem eigenen Namen auftaucht, vermittelt idealerweise eine klare Linie. Das beginnt mit einer seriösen E-Mail-Adresse und mindestens einem gepflegten Profil in einem Businessnetzwerk. Das Ziel: Kontakte sollen, wenn sie einen Namen lesen, sofort konkrete Stichworte zu der Person im Kopf haben.

          Experte werden

          Ein erster Schritt, Haltung zu zeigen, ist es, sich bei Veranstaltungen oder in digitalen Foren zu Wort zu melden und mitzudiskutieren. Etwas aufwendiger: Artikel auf Xing oder Linkedin schreiben, die sich mit aktuellen Fragen der Branche beschäftigen, oder sich in einem Branchengremium engagieren. Alles, was die eigene Position verdeutlicht und öffentlich macht, ist gut.

          Geduld

          Überzogen wäre die Erwartung, dass ein Kontakt, den man heute kennenlernt, in einem Monat beim Karrieresprung hilft. Netzwerkaufbau braucht Zeit. Allerdings sollte man mit dieser sorgsam umgehen und regelmäßig die Kontakte prüfen: Welche sind wertvoll, welche streichen?

          Haptik

          Visitenkarten sind und bleiben beim Netzwerken wichtig. Dank moderner Druckdienstleister kann eine besondere Form oder Gestaltung schon helfen, im Gedächtnis zu bleiben.

          Im Team

          Wer schüchtern ist, sucht sich am besten Gleichgesinnte, mit denen er Events besuchen kann. Im Laufe der Veranstaltung sollte man dann aber auch Kontakt zu anderen aufnehmen. Und: Schüchternheit steht einem guten Netzwerker weniger im Weg als oft vermutet. Denn es geht nicht darum, der beste Entertainer zu sein, sondern beispielsweise auch um aktives Zuhören und echtes Interesse an den Geschichten der Gesprächspartner.

          Klasse statt Masse

          Statt auf Veranstaltungen massig Menschen „abzuklappern“ und Visitenkarten unters Volk zu bringen, lieber im Voraus einen Blick auf die Gästeliste werfen. Besser einen richtigen Kontakt als zig halbgare. Und: Wem Netzwerken im Direktkontakt schwerfällt, für den ist „eine Person ansprechen und kennenlernen“ eine gut zu meisternde Herausforderung. Bei großen Events, etwa Messen, kann man im Voraus eine E-Mail schicken und nach einer Verabredung fragen.

          Persönlich

          Die digitalen Möglichkeiten sind zum Netzwerken extrem hilfreich. Persönliche Kontakte lassen sich durch sie aber nicht ersetzen. Das Internet ist nützlich zum Anbahnen und Pflegen von Kontakten, aber nur durch das persönliche Kennenlernen und Pflegen des Netzwerkes lässt sich Vertrauen aufbauen.

          Siebzig-Zwanzig-Zehn

          Ein guter, weil praktisch anwendbarer Tipp beim Netzwerken ist die 70-20-10-Regel des Beraters Mike Sansone. Sie besagt, dass man 70 Prozent seiner Zeit investieren soll, um anderen weiterzuhelfen und Nutzen zu stiften, 20 Prozent, um Kontakte besser kennenzulernen und ihnen zu erzählen, was einen gerade beschäftigt und bewegt, und schließlich 10 Prozent, um selbst um Tipps und Hilfe zu bitten.

          Und dann?

          Wer einen spannenden Kontakt kennengelernt hat, sollte sicherstellen, dass er bestehen bleibt. Etwa indem man verabredet, wann man wieder voneinander hört. Das kann ein Treffen auf einen Kaffee zum Erfahrungsaustausch sein oder ein nächstes Event, das beide besuchen. Falls das nicht möglich ist, kann man im Nachgang beispielsweise eine E-Mail mit einem Artikel zu dem Thema, über das gesprochen wurde und das sich weiterentwickelt hat, schicken.

          Zurückgeben

          Von Zeit zu Zeit sollte man sich nicht nur melden, wenn man etwas will,
          sondern den Kontakten auch aktiv etwas zurückgeben. Das können berufliche Tipps sein, Hinweise auf interessante Artikel oder Konferenzen, das Bekanntmachen zweier Kontakte mit­einander oder einfach echtes Interesse.

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